Gestern habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie das Thema Überwachungsstaat auch in mein Leben Einzug hält.
Bisher war es so, dass ich zwar wusste, dass es eine abscheuliche Entwicklung ist, die die Bundesregierung hier anstrebt, aber persönlich betroffen fühlte ich mich nicht.
Zur Sache: Gestern habe ich auf schacharena.de gegen einen wirklich sehr sympathischen älteren Herrn gespielt. Er kam aus dem Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. Also wir uns dann über das Leben in dieser Region, die USA und Reisen nach Deutschland unterhalten haben, und das auch noch auf englisch, kamen mir immer mehr Gedanken, wie wohl in Zukunft solche Chats gefiltert und bewertet werden. Es ist doch schizophren, wenn ich mir Gedanken machen muss mit wem ich mich in einem Schachchat während einer gemütlichen Partie unterhalte und ob ich überhaupt mit dieser Person spielen darf.
Jemand der sich der Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung anschließt steht ja sicherlich sowieso unter Generalverdacht.
Das man aufpassen muss, welche Wörter man heute in jedem Lebensbereich verwendet zeigt der Fall des Soziologen Andrej Holm.
Ich kann mich noch erinnern, wie mir meine Mutter und meine Oma davon erzählt haben, wie schrecklich die Aktionen der Stasi waren. Wie schrecklich es war zu Leben mit dem Gedanken ständig überwacht zu werden. Leider kann ich diese Gefühle immer mehr nachempfinden und diese Entwicklung macht wirklich Angst vor dem, was als nächstes kommt.



